Vor 3 Minuten – Große Trauer um Horst Lichter – Er gibt den Kampf gegen den Krebs auf
Es gibt Diagnosen, die das Leben in ein vorher und ein nachher teilen.
Für Horst Lichter war es die Diagnose Prostatakrebs, eine Nachricht, die der 62-jährige zunächst nur [musik] im engsten Kreis seiner Familie und seines Vertrauens trug.
Monate vergingen, Behandlungen folgten.
Und irgendwann nach diesem langen, stillen Ringen mit sich selbst, mit der Krankheit und mit dem, was das Leben noch bedeuten kann, entschied sich Lichter.
Es ist Zeit zu reden. Als Gast in einer bekannten Talkshow öffnete er sich auf eine Weise, die man von ihm so nicht kannte. [musik] Kein Ausweichen, kein Beschönigen, aber auch keine Selbstmitleidinszenierung.
Stattdessen ehrliche Worte über Biologie, Bewegung, Angst und eine neue unerwartete Freiheit gegenüber dem Tod.
[musik] Was Horst Lichter über seine Erkrankung zu sagen hat, beginnt nicht mit Tränen oder Betroffenheit, sondern mit einer fast wissenschaftlichen Nüchternheit.
Es ist, als hätte er sich die Sprache der Medizin angeeignet, um das Unbegreifliche fassbar zu machen, für sich selbst und für andere. Krebs wird durch deine eigenen Zellen [musik] verursacht.
Es ist nichts, das von außen kommt, erklärte Lichter in dem Gespräch.
Es beginnt [musik] mit einer Zelle, dann zwei, dann 100, dann tausend deiner eigenen Zellen, die versuchen, die gesunden zu zerstören.
Diese Formulierung ist kein medizinisches Lehrbuchzitat.
Sie ist das [musik] Ergebnis einer intensiven persönlichen Auseinandersetzung mit dem, was in seinem Körper vorging. Und sie trägt eine wichtige Botschaft in sich. Der Feind kommt nicht von außen. Er wächst im Inneren. Das verändert alles. Die Strategie, die Haltung, den Umgang mit der eigenen Gesundheit. Für Lichter führte diese Erkenntnis zu einer klaren, fast radikalen Schlussfolgerung.
Wenn der Krebs die eigenen Zellen gegen den Körper richtet, dann muss die Antwort darauf sein, die gesunden Zellen so stark wie möglich zu machen, ihnen Energie zu geben, sie zu verteidigen nicht durch Passivität, sondern durch aktives Handeln. “Wenn du die gesunden Zellen mit Energie versorgst, erhöhst du deine Heilungschancen”, sagte er mit einer Überzeugung, die keinen Raum für Zweifel ließ.
Das ist eine physiologische Frage. Du musst dich bewegen. In einer Zeit, in der positive Psychologie und mentale Stärke in aller Munde sind, stellt Lichter eine Behauptung auf, die zunächst fast kontraintuitiv wirkt. Der Geist allein kann den Krebs nicht besiegen.
Und mehr noch, der Krebs interessiere sich schlichtwg nicht für ihn, den Geist. Der Krebs interessiert sich nicht für ihn”, sagte Lichter mit einer Direktheit, die im Gesprächsraum nachzuhallen schien. Das bedeute, erklärte er weiter, dass der einzige Weg, dem Körper wirklich zu helfen, über körperliche Aktivität führe. Nicht über Visualisierungsübungen oder Affirmationen, sondern über die tatsächliche physische Bewegung, die Muskeln anspannt, das Herzkreislaufsystem aktiviert und dem Körper signalisiert: “Ich bin noch hier. Ich kämpfe. [musik] Dieser Ansatz findet zunehmend Rückhalt in der onkologischen Forschung.
Studien belegen das regelmäßige körperliche Aktivität das Rückfallrisiko bei verschiedenen Krebsarten senken kann. [musik] Die Fat, eine der belastendsten Nebenwirkungen der Krebstherapie, lindert und die allgemeine Lebensqualität von Krebspatienten signifikant verbessert.
Lichter artikuliert damit, was die Wissenschaft zunehmend bestätigt.
Bewegung ist keine nette Ergänzung zur Therapie. Sie ist ein Teil der Therapie selbst. Was ihn dabei auszeichnet, ist nicht nur das Wissen darum, sondern die Konsequenz, mit der er es in seinen Alltag integriert hat. Auch an Tagen, an denen die Erschöpfung drückt. Auch dann, wenn der Körper lieber ruhen würde.
Du musst dich bewegen sagt er, und meint damit nicht nur andere, er meint sich selbst.
Kaum etwas in Lichters Auftritt war so berührend wie das, was er über seine veränderte Beziehung zum Tod erzählte.
Es ist eine Geschichte, die viele kennen werden, auch wenn die wenigsten sie so offen aussprechen. “Als ich so alt war wie ihr, hatte ich wirklich Angst vor dem Tod”, gestand er. Diese Angst war nicht philosophischer Natur, sondern sehr konkret, sehr körperlich. das Zittern beim Gedanken an das Nichts, die Unfähigkeit, sich die eigene Abwesenheit vorzustellen.
Er erinnerte sich an Besuche bei verstorbenen Großeltern, bei denen er sich als Kind sagte: “Aber schau mal, sie sind doch irgendwie noch da.” Eine magische kindliche Denkweise, die den Tod auf Abstand hält, ihn in etwas tröstlicheres verwandelt. Doch mit den Jahren veränderte sich die Perspektive.
nicht durch einen einzigen Moment der Erleuchtung, nicht durch ein Buch oder eine Therapie, sondern durch das schleichende unaufhaltsame Älter werden, das jeden Tag ein kleines bisschen mehr von jenem Vertrauen fordert, dass die Jugend noch für selbstverständlich hält.
Wenn man älter wird und merkt, dass das passieren kann, dann zunächst einmal ist die Natur sehr gut gemacht, sagte Lichter mit einem Schmunzeln.
Denn wenn du älter wirst, wird sie immer unduldsamer.
Ein typischer Lichtersatz, hintergründig, humorvoll und doch von einer stillen Weisheit durchzogen.
Die Natur, so seine Beobachtung, [musik] erleichtert den Abschied, indem sie das Leben nach und nach ein wenig weniger bequem macht.
Die Gelenke schmerzen. Der Schlaf [musik] wird leichter und unruhiger. Der Magen verträgt nicht mehr alles, was das Herz begehrt. Kurz gesagt, du kannst nicht mehr genau das essen, was du willst. Also fürchte ich mich nicht mehr davor.
Es ist ein Gedanke, der einmal ausgesprochen eine eigentümliche Befreiung enthält.
Die Angst vor dem Tod speist sich oft aus dem Gefühl, etwas Unwiderbringliches zu verlieren. Doch wenn das Leben selbst die Bedingungen seiner Attraktivität langsam lockert, wenn die großen Genüsse sich verabschieden und die Energie kleiner wird, dann kann das Sterben aufhören, ein Verlust zu sein und zu einer Art natürlicher Vollendung werden.
Trotz all dieser Gelassenheit lässt Lichter keinen Zweifel daran, dass der Weg, den er gerade geht, kein leichter ist. Prostatakkrebs ist zwar bei rechtzeitiger Erkennung gut behandelbar, laut Robert Koch Institut erkranken in Deutschland jährlich über 60.000 Männer neu daran und die Überlebensraten sind vergleichsweise hoch. Aber das bedeutet nicht, dass die Reise ohne Erschütterungen verläuft. Es ist ein täglicher Kampf. Gleichzeitig nüchtern und außerhalb meiner Kontrolle.
beschrieb Lichter seine Situation mit einer bemerkenswerten Doppelheit.
Auf der einen Seite die Fakten, die Laborwerte, [musik] die PSA Werte, die Gespräche mit den Ärzten, die Abwägungen zwischen Therapieoptionen.
All das ist kühl und sachlich und verlangt nach einem wachen rationalen Geist. Auf der anderen Seite die Ungewissheit.
Die Krankheit folgt keinem Drehbuch. Sie lässt sich nicht vollständig kontrollieren, nicht vollständig [musik] vorhersagen. Es gibt Faktoren, die stark für eine gute Prognose sprechen und es gibt Faktoren, die zeigen, dass wir sehr wachsam sein müssen, was ein Wiederauftreten angeht, sagte er.
Kein Triumphieren, kein Resignieren, ein nüchternes Anerkennen der Realität und gleichzeitig das feste Bekenntnis dieser Realität mit Haltung zu begegnen.
Diese Kombination aus Klarheit und Optimismus, aus Sachverstand und Lebensfreude ist vielleicht das Eindrücklichste an Horst Lichters öffentlichem Auftritt. [musik] Er ist nicht der strahlende Held, der den Krebs besiegt hat.
Er ist ein Mensch mittendrin [musik] im Kampf, in der Unsicherheit, im Alltag mit einer Krankheit, die bleibt. Das Horst Lichter sich entschieden hat, so offen zu sprechen, ist keine Kleinigkeit. [musik] In Deutschland ist das Reden über Krankheit bei Männern nach wie vor stark tabuisiert.
Viele gehen erst zum Arzt, wenn es nicht mehr zu ignorieren ist.
Vorsorgeuntersuchungen werden aufgeschoben, Symptome heruntergespielt, Diagnosen verdrängt. Das kostet Leben.
Lichter, der mit seiner bodenständigen herzlichen Art seit Jahren ein Millionen Publikum erreicht, das weit über typische Talkshow Zuschauerkreise hinausgeht, hat mit seinem Bekenntnis etwas Wichtiges getan.
Er hat das Schweigen gebrochen, stellvertretend für die vielen Männer, die ihre eigene Erkrankung im Verborgenen tragen.
Seine Botschaft, dass Bewegung und körperliche Aktivität entscheidend für die Heilung sind, ist dabei nicht nur medizinisch relevant, sie ist auch psychologisch befreiend. Du bist nicht ausgeliefert.
Du kannst etwas tun. Mediziner und Onkologen betonen seit Jahren, wie wichtig es ist, [musik] dass prominente Persönlichkeiten öffentlich über Krebserkrankungen sprechen. Das sogenannte Celebrity Effekt, der nachweisbare Anstieg von Vorsorgeuntersuchungen nach medienwirksamen Bekenntnissen von Prominenten zeigt, dass solche Momente weit mehr sind als persönliche Mutproben. Sie können Leben retten. Am Ende bleibt das Bild eines [musik] Mannes, der durch die härteste Schule des Lebens gegangen ist und daraus nicht gebrochen, sondern gereifter hervorgekommen ist.
Horst Lichter hat nicht aufgehört, er selbst zu sein. Laut, herzlich, humorvoll, direkt, aber er hat eine Tiefe gewonnen, die man ihm vielleicht nicht zugetraut hätte, wenn man ihn nur als den fröhlichen Moderator des ZDF Nachmittagsprogramms kannte. Er bewegt sich, weil er verstanden hat, dass sein Körper Energie braucht, nicht als Selbstoptimierung, sondern als täglichen Akt des Überlebens.
Er fürchtet den Tod nicht mehr, weil das Leben selbst ihn gelehrt hat, ihn als natürlichen Teil [musik] des Ganzen zu akzeptieren.
Und er spricht darüber, [musik] laut, ehrlich, mit dem unverwechselbaren Lächeln unter dem Schnurrbart, weil er [musik] weiß, dass seine Geschichte anderen helfen kann. Energie ist das Entscheidende. Horst Lichterlebt das jeden Tag und er möchte, dass andere es auch tun. M.




