„Das ist respektlos!“ – Marisa Burger stürmt nach Lanz Eklat aus dem Studio
Es ist einer dieser Abende bei Markus Lanz, an denen man schon nach den ersten drei Minuten ahnt. Das wird nichts mit sachlicher Ruhe.
Markus Lanz sitzt geschniegelt wie immer, die Karten ordentlich, der Blick freundlich, aber gefährlich präzise.
Neben ihm Marisa Burger, Schauspielerin, Publikumsliebling, jahrzehntelang erprobte TV- Präsenz.
Eine Frau, die weiß, wie Kamera funktioniert und wann sie genug hat.
Frau Bürger beginnt Lanz. Sie sind ja seit vielen Jahren Teil einer sehr erfolgreichen Fernsehreihe.
Da stellt sich natürlich die Frage, Burger lächelt noch, ob solche Formate nicht auch zur kulturellen Verflachung beitragen.
Ein kurzes Zucken im Gesicht der Schauspielerin. Lanz merkt es nicht oder er merkt es sehr wohl.
Wie meinen Sie das? Fragt Burger ruhig.
Zu ruhig. Lanz lehnt sich vor. Na ja. Es geht ja immer um ähnliche Figuren, ähnliche Konflikte, ähnliche Erzählmuster.
Fördert das wirklich noch gesellschaftliche Debatten oder ist es eher Eskapismus?
Bürger atmet hörbar ein. Markus, sagt sie, die Leute schalten ein, weil sie Geschichten sehen wollen. Nicht, weil sie nach einem zwölfstündigen Arbeitstag noch eine Podiumsdiskussion brauchen.
Ein Journalist auf dem Nebensessel nickt erleichtert. Endlich jemand, der es ausspricht. Doch Lans hakt nach.
Natürlich hakt er nach. Aber haben Kulturschaffende nicht auch eine Verantwortung?
Burger hebt die Augenbrauen. Jetzt wird’s interessant. Sie erklärt, dass Unterhaltung kein Verbrechen sei, dass Kunst nicht ständig erzielen müsse und dass Respekt auch bedeute, Menschen ernst zu nehmen, die einfach abschalten wollen.
Lanz hört zu, zumindest körperlich.
Trotzdem sagt er, könnte man argumentieren, dass solche Rollenbilder nein unterbricht Burger. Sie könnten das argumentieren. Ein Raunen geht durchs Studio.
Lans lächelt angespannt. Lassen Sie mich den Gedanken kurz zu Ende führen. Sie führen hier gar nichts zu Ende, entgegnet Burger.
Sie stellen suggestiv Fragen und tun dann überrascht, wenn man sie nicht schluckt.
Stille, das ist der Moment, in dem sonst ein Einspieler käme. Es kommt keiner. L versucht zu retten, was zu retten ist.
Ich will ja nur verstehen. Nein, fällt Burger ihm ins Wort. Sie wollen bewerten.
Das Publikum klatscht. Zu früh, zu laut.
Burger lehnt sich zurück, schüttelt den Kopf.
Das ist respektlos, sagt sie, nicht nur mir gegenüber, sondern all den Leuten, die jeden Tag gute Arbeit machen, ohne ständig erklären zu müssen, warum sie existieren dürfen.
Lansz schaut auf seine Karten. Zum ersten Mal an diesem Abend wirkt er unsicher. Wissen Sie was? Sagt Burger, steht auf und richtet ihr Mikrofon.
Darauf habe ich keine Lust. Sie blickt kurz ins Publikum, dann in die Kamera.
Schönen Abend noch und dann passiert das Undenkbare. Marisa Burger verlässt das Studio. Die Kamera schwenkt hektisch.
Lansz räuspert sich. Ey, das war jetzt nicht geplant. Der Rest der Sendung fühlt sich an wie ein langgezogenes Schulreferat nach einem Feueralarm.
Niemand hört mehr richtig zu. Auf X trendet bereits Raute respektlosandspunkt. Am nächsten Morgen erklären alle, was passiert ist.
Die einen sagen mutig, die anderen überzogen. Lanz sagt später, man müsse Kontroversen aushalten.
Marisa Burger äußert sich nicht. Sie muss nicht. Manchmal sagt ein Abgang mehr als tausend nachfragen.






