Unfall bei „In aller Freundschaft“: Experten bestätigen die Gefahr
In Folge 1083 von „In aller Freundschaft“ kommt es zu mehreren medizinischen Vorfällen. Aber handeln die Ärzte in der Sachsenklinik korrekt?
Leipzig – In der Folge 1083 der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ wird eine besonders dramatische Szene gezeigt: Bei einer eskalierenden Klimademonstration wird der Polizist Jonas Heilmann (gespielt von Anthony Petrifke) von einer Bierflasche am Kopf getroffen. Die Situation spitzt sich zu, als die Angreifer Pfefferspray einsetzen. Handeln die Ärzte aus der Sachsenklinik danach realistisch?
Unfall bei „In aller Freundschaft“: Experten bestätigen die Gefahr
Besonders dramatisch für den Zuschauer wird es, als der an Mukoviszidose erkrankte Cosmo Wolff (Max Bär) in Lebensgefahr gerät. Dr. Lucia Böhm (Vanessa Rottenburg) muss sofort handeln und führt einen Notfall-Luftröhrenschnitt durch, um Cosmo das Leben zu retten. Hat sie richtig gehandelt?
Mukoviszidose, auch als zystische Fibrose bekannt, ist eine chronische und erbliche Krankheit, die vor allem die Lungen und den Verdauungstrakt betrifft. Bei Betroffenen produziert der Körper zähflüssigen Schleim, der die Atemwege und die Verdauungsorgane verstopft. Dies führt zu schweren Atembeschwerden, häufigen Infektionen und Verdauungsstörungen, wie der Verein Mukoviszidose e.V. mitteilt.
Die Krankheit ist nicht heilbar, aber moderne Therapieansätze können die Symptome lindern und die Lebensqualität verbessern. Dennoch können akute Krisen, wie sie in der Folge von „In aller Freundschaft“ gezeigt werden, das Leben eines Betroffenen ernsthaft gefährden.
„In aller Freundschaft“ in der ARD: Serie zeigt dramatischen Notfall um Mukuviszidose
In der besagten Szene der ARD-Serie gerät Cosmo Wolff in eine lebensbedrohliche Lage, als er durch Pfefferspray und die hektische Situation starke Atemprobleme entwickelt. Ein Luftröhrenschnitt wird notwendig, um ihm das Atmen zu ermöglichen und ihn zu retten. Wie realistisch ist der Vorfall aus medizinischer Sicht?
Menschen mit Mukoviszidose sind durch ihre chronischen Atemprobleme besonders anfällig für akute Verschlechterungen ihrer Gesundheit, heißt es beim Fachmagazin MSD Manual. In stressigen oder körperlich anstrengenden Situationen – wie einer Auseinandersetzung bei einer Demonstration – können sich ihre Symptome schnell verschlimmern. Der Körper reagiert empfindlicher auf Reizstoffe wie Pfefferspray, was zu einer sofortigen Verschlechterung der Atmung führen kann.
Pfefferspray selbst ist in diesem Zusammenhang besonders gefährlich, da es die Schleimhäute und Atemwege stark reizt. Bei einem Mukoviszidose-Patienten könnte dies nicht nur zu einer sofortigen Entzündung der Atemwege führen, sondern auch das Lungengewebe weiter schädigen. In solchen Fällen kann die Atmung so stark beeinträchtigt werden, dass ein Luftröhrenschnitt notwendig wird.
Die Darstellung von Mukoviszidose und der dramatischen Notfallsituation bei „In aller Freundschaft“ ist medizinisch gesehen also realistisch.
Mukuviszidose in der Realität: So gefährlich ist die Krankheit
Mukoviszidose ist eine ernsthafte, lebensbedrohliche Erkrankung, die in den letzten Jahrzehnten dank verbesserter Therapien eine höhere Lebenserwartung ermöglicht hat. Doch die Lebensqualität der Betroffenen bleibt beeinträchtigt, und sie sind häufig auf regelmäßige Behandlungen angewiesen.
Zu den üblichen Therapien gehören Medikamente, die den Schleim in den Atemwegen verflüssigen, sowie physiotherapeutische Maßnahmen, um den Schleim aus den Lungen zu entfernen. Menschen mit Mukoviszidose können mit einer geeigneten Therapie ein relativ normales Leben führen. Doch akute Krisen, wie sie bei „In aller Freundschaft“ gezeigt werden, sind immer wieder möglich.